in vogtländischen Bächen gibt es Gold

Gold im VogtlandDas Vogtland und Erzgebirge hat eine lange Bergbaugeschichte nachzuweisen, den meisten wird aber nur die Förderung von Eisenerz, Kupfererz, Zinnerz, Uranerz, Schwerspat und Topasen ein Begriff sein. Doch im Vogtland kann man auch heute noch das begehrte Edelmetall Gold unter anderem in Bächen und Flüssen finden.

Im Rahmen von Forschungen wurde in 81 vogtländischen Bächen Goldvorkommen nachgewiesen, jedoch ohne Lagerstättencharakter, also ohne die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Gewinnung.

Dass wir alle von Gold so begeistert sind, kommt nicht von ungefähr. Denn seit dem die Menschheit Gold entdeckte, wird sich damit geschmückt. Es liegt einfach in der Natur des Menschen, sich mit schönen Gegenständen zu schmücken um damit auf andere Menschen anziehender & interessanter zu wirken. Gold wird in Form von Halsschmuck oder anderen Schmuckstücken verschenkt und ist somit ein begehrenswertes Produkt der menschlichen Kultur.

Die Goldgeschichte Vogtlands begann vermutlich im 12. Jahrhundert, als es den ersten Goldfund im Vogtland gab. Später machte man sich an den Abbau des Goldes in Flüssen und suchte auch Untertage nach den Schätzen.


Doch wer nun denkt, dass man einfach mal in den Bach gehen kann um Gold zu schürfen und dann mit der gefundenen Menge seinen eigenen Schmuck herstellen könnte, der irrt leider. Das heutige Goldvorkommen im Vogtland ist so gering, dass sich ein gewinnbringender Abbau nicht lohnt. Zu Zeiten wo Gold noch als offizielles Zahlungsmittel in Form von Münzen benutzt wurde, gab es zwar „Sächsische Taler“, die auch aus dem Gold der Göltzsch geprägt wurden, aber diese Zeiten sind vorbei. Vom unscheinbaren Gold-Flitter über quarzverwachsene Berggoldstücke bis hin zum kleinen Gold-Nugget findet man zwar das Edelmetall in allen seinen natürlichen Erscheinungsformen in vogtländischen und Erzgebirgischen Bächen / Flüssen, aber ein Goldflitter mit einem Gewicht von einem Milligramm ist heute bereits überdurchschnittlich schwer für unsere Region. Im Durchschnitt wiegt ein kleiner Goldflitter 0,4 Milligramm. Man benötigt also ca. 2.500 solcher Flitter, um 1 Gramm Gold zu erhalten. An geeigneten Stellen in vogtländischen Flüssen sind in einer Tonne Flusskies ungefähr 0,05 Gramm Gold zu finden. Um das Gold gewinnbringend zu fördern, müsste es in einer Menge von etwa 1g pro Tonne vorhanden sein (Wirtschaftlichkeitsgrenze für bergmännische Goldgewinnung).

Mit Gold mehr für Ihr Geld

Das größte im Vogtland (und Sachsen) gefundene Goldnugget stammt aus einem Nebenfluss der vogtländischen Göltzsch und wiegt 2,26g (das 13,8mm große Nugget wurde im Jahre 1999 gefunden).

Zu den Vogtländischen Goldvorkommen

Die bekanntesten und ertragreichsten Gold-Flüsse im Vogtland sind die Göltzsch, der Raumbach, die Weiße Elster und die Weida.

Zur Goldförderung an der Göltzsch

Gold im GesteinDer Goldbergbau an der Göltzsch geht vermutlich bis ins 13./14. Jahrhundert zurück und zog sich bis ca. 1800 hin. Da sich das Flusssystem der Göltzsch durch einen großen Teil des Vogtlandes zieht, kommt es mit verschiedenen Gesteinen und mit Teilen der Eibenstocker-, Kirchberger- & Lauterbacher Granitmassive in Kontakt. In diesen Gesteinen ist das Gold enthalten, wird durchs Wasser herausgespült und fortgetragen. Zusammen mit Sand und Kies lagert sich das Gold dann im ruhigeren Flussbett ab und wartet aufs herauswaschen.

Früher wurde das Seifengold dort gefördert und nachdem das (von Natur aus) angespülte Gold aus dem Fluss gewaschen wurde, machte man sich darüber, weiteres Flussgelände nach Gold zu durchsuchen. Dazu wurden so genannte Seifengräben angelegt, von denen man heute noch an der Göltzsch alte Raithalden finden kann.

Raithalden

Zunächst legte man einen Graben (Seifengraben) an, durch diesen man abgezweigtes Flusswasser leitete. Seitlich des Seifengrabens grub man nun den Boden ab und warf diesen in den Graben. Dabei spülte das Wasser leichtere Bestandteile davon und schwerere Bestandteile (darunter Sand, Kies und auch Gold) sanken zu Boden. Mit Seifengabeln wirbelte man dann das Material im Graben mehrmals auf und so lagerte sich immer mehr Gestein und Geröll im unteren Grabenteil ab, wo es schließlich herausgehoben und zu Halden aufgetürmt wurde – den heute noch sichtbaren Raithalden.

Gold-WaschschüsselSand und Gold konzentrierten sich im oberen Seifengraben-Teil, wo man beides entnahm und auf besonderen Wasch- / Seifenherden (oder mittels Waschtrögen) weiter trennte. Herde (Seifenherde) waren flache, offene, schräg gestellte Kästen, deren Böden mit Rillen, Brettchen, Drähten, usw. ausgelegt waren. In diesen setzten sich durch eine leichte Fließbewegung des Wassers die Goldflitterchen fest. Kleinere Mengen Sand wusch man mit handlichen Waschschüsseln (Läuter- oder Sichtertrog) aus, wie dies Hobbygoldsucher noch heute tun.

Doch wenn man von „Gold-Bergbau im Vogtland“ spricht, ist nicht nur die Förderung von Seifengold in Flüssen wie der Göltzsch gemeint, sondern auch der Tiefbau (in Bergwerken). Einige Stollen im Vogtland / Erzgebirge lieferten zum Teil reiche Silbererze und hatten einen gewissen Goldgehalt, zeitweise sogar in gewinnbringender Höhe. So führte zum Beispiel der Goldbergbau in und um Kottenheide bereits um 1590 dazu, dass das kleine Örtchen zeitweise Bergfreiheiten genoss wie einst große Städte! (Kottenheide war zeitweise mit Schneeberg oder Freiberg gleichzusetzen)

Momentan sind zwar Gruben bzw. deren Überbleibsel teilweise noch betretbar, deren genaue Lage wird auch in einschlägiger Heimatliteratur immer wieder beschrieben, allerdings sollten diese Stollen nicht auf eigene Faust erkundet werden. Die meisten der Stollen sind auch im Laufe der Zeit eingestürzt bzw. wurden zugemauert. Wer vom Goldfieber gepackt wurde, sollte sich lieber eine Waschschüssel kaufen und in den Bächen nach Gold schürfen.

Im Internet kann man auch von einigen vogtländischen Goldwäschern lesen:

Ich wasche im Vogtland schon seit einigen Jahren und es gibt an vielen Stellen Gold. Nicht nur an der Göltzsch… Waschen mit der Pfanne ist ok, aber ordentlich Durchsatz erreicht man nur mit der Schleuse.

Den großen Reichtum kann man wohl nicht vom Vogtland-Gold erwarten. Auch wenn ich vor kurzem erst darüber berichtet habe, dass demnächst im Erzgebirge wieder nach Gold gegraben werden soll, bleiben wohl den Hobby-Goldschürfern im Vogtland nur kleine Goldmengen als Lohn für stunden- oder sogar tagelanges Schürfen erhalten.

Wer mehr zum Thema Goldvorkommen und Fundstätten im Vogtland wissen möchte, sollte sich mal mit dem Vogtländischen Goldwäscher- und Bergbauhistorikerverein e.V. in Verbindung setzen. Zu diesem Thema gibt es im Herrenhaus in Tannenbergsthal eine sehr interessante Ausstellung (Museum Vogtlandgold).

Museum VogtlandgoldGoldgestein - Vogtland / Erzgebirge



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