Arbeitslosenstatistik 2011 für das Vogtland

Arbeitslosenzahlen fürs Vogtland 2011Wie man an den Beiträgen hier auf meinem Blog erkennt, Interessiere ich mich sehr fürs Vogtland. Nicht nur für die Vogtländische Mundart, sondern alles was mit dem Vogtland zu tun hat. Vor einiger Zeit habe ich bereits über die steigenden Tourismuszahlen im Vogtland berichtet, heute beschäftige ich mich mit den Arbeitslosenzahlen 2011 im Vogtland.

Die Arbeitslosenzahlen aus dem Jahr 2011 im Vogtland werden zum einen positiv, aber zum anderen auch als negativ bewertet. Im Großen und Ganzen kann man aber wirklich zufrieden sein, denn seit der Wende gab es bei uns noch nie so wenig Arbeitslose wie im Jahre 2011. Im Durchschnitt waren 11.792 Frauen und Männer 2011 im Vogtland als arbeitslos gemeldet. Mit dem Jahr 2010 verglichen ergibt das 2.038 Arbeitslose weniger.

Viele neue Jobs sind durch den Anstieg der Zeitarbeitsbranche und im gewerblichen Bereich entstanden. Gerade Zeitarbeit ist bei den meisten Leuten nicht so gerne gesehen, da diese die tatsächlichen Aspekte wie z. B. Gewährung oder Zutritt in eine neue Arbeitsbranche, Quereinstieg in einen anderen Berufszweig, Wiedereinstieg in das Arbeitsleben oder Überbrückung nicht kennen oder nicht sehen wollen. Auch erstaunlich ist der Jahresdurchschnitt von 9,5% der Arbeitslosenquote 2011. Das heißt also, dass 9,5% der Bürger im Vogtland im Jahr 2011 arbeitslos waren. Dieser Wert lag zum ersten Mal wieder im einstelligen Bereich. Seit 2010 ist die Nachfrage an Arbeitskräften im Vogtland auch wieder gestiegen (die Nachfrage hat einen neuen Höchstwert erreicht). Auch die Auftragslage vieler vogtländischer Unternehmen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren stark verbessert.

Natürlich klingt das nun großartig! Doch wer mal genau nach denkt muss feststellen, dass vor nicht allzu langer Zeit Manroland (Plamag), Narwa und viele weitere, größere und bedeutsame Firmen im Vogtland Insolvenz angemeldet haben. Das lässt nichts Gutes für die Arbeitslosenzahlen der nächsten Jahre hoffen. Wenn keine (geeigneten) Investoren gefunden werden, verlieren auch weiterhin Tausende ihre Arbeit. Nur wenige davon werden auf Anhieb eine neue Stelle finden.

Statistik-Arbeitslose im VogtlandEin weiterer negativer Punkt wäre das Durchschnittsalter im Vogtland. Die Vogtländer werden immer älter. Das kommt vor allem durch die „Abwanderung der Jugend“, die es bevorzugt in die Großstädte bzw. in den Westen zieht. Das heißt, dass es für viele Firmen schwieriger wird, die Altersabgänge gegen Jüngere Arbeiter zu ersetzen. Das liegt wie gesagt zum einen daran, dass in den letzten Jahren viele Jugendliche dem wunderschönen Vogtland den Rücken gekehrt haben, weil diese hier wenig Zukunftschancen sehen, es hier zu Lande nicht die passenden Ausbildungsbereiche gibt oder gar viele Studiengänge nicht angeboten werden. Viele der Schulabgänger müssen wegen der Ausbildungsplätze oder der speziellen Studienwahl in größere Städte ziehen und dass diese nach dem Abschluss wieder zurückkehren, ist eher unwahrscheinlich…

Die Agentur für Arbeit meldet zwar, dass im Moment für den Vogtlandkreis kein Fachkräftemangel herrscht, aber dass damit in den kommenden Jahren auf jeden Fall zu rechnen ist. In manchen Bereichen gibt es somit zunehmend mehr Engpässe. Um Schlimmeres zu verhindern, versuchen die Jobvermittler mit Hochdruck, Menschen die schwieriger zu vermitteln waren (z.B. Ältere, Jugendliche die keinen Abschluss /Ausbildung haben, schwer behinderte Menschen, Langzeitarbeitslose oder Berufsrückkehrer) Arbeitsgebern vorzuschlagen. So gesehen ist das ein guter Zug, denn jeder hat eine Chance verdient. Das müssen sich die Arbeitnehmer und auch die Arbeitgeber eingestehen und in Zukunft besser darüber nachdenken.

Ein weiterer Punkt, dass auch viele Arbeitnehmer auswandern, sind die meist besser bezahlten Löhne als hier in der Region. Es gibt im Vogtland aber schon einige Unternehmen, die bemerkt haben, dass bessere Konditionen angeboten werden müssen. Nur so kann man seine Arbeiter halten und evtl. verhindern, dass diese sich nach einem besser bezahlten Job umsehen.

Hier ein Vergleich der Arbeitslosenzahlen von 2005 bis 2012 (Juli):

Jahr Arbeitslose
2005 22.077
2006 20.128
2007 17.026
2008 15.118
2009 15.534
2010 13.830
2011 11.792
2012 (Juli) 9.254

Einblick in die genauen vogtländischen Arbeitslosenzahlen der Monate Juli 2011 und Juli 2012:
(Agentur für Arbeit – Bezirk Plauen)

INFO Juli 2012 Juli 2011
Bestand am Ende des Monats 9.254 11.118
Frauen 4.509 5.719
Männer 4.745 5.399
15 bis unter 25 Jahre 760 1.089
50 bis unter 65 Jahre 3.880 4.372
Langzeitarbeitslose 3.373 3.974
Schwerbehinderte 603 659
Ausländer 267 341

Beobachtungen und Statistiken am Ende des jeden Jahres haben ergeben, dass die Arbeitslosenzahlen kurzzeitig wieder steigen. Das liegt in den meisten Fällen an der saisonalen Arbeit. Doch die Agentur für Arbeit versichert, dass dies kein Grund zur Beunruhigung sei.

Abschließend können die Vogtländer laut den Aussagen der jährlichen Statistiken erst einmal aufatmen. Man kann also nur hoffen, weiter die Daumen drücken und auf die neusten Auswertungen des Jahres 2012 warten, welche voraussichtlich jetzt im Frühjahr 2013 veröffentlicht werden.

Weitere Infos gibt es auch auf der Arbeitslosenzahlen-Seite unter www.vogtlandkreis.de



4 Kommentare wurden abgegeben
  1.  
    Coder schrieb am

    4. März 2013 @ 10:11

    Das im Vogtland keinen Fachkräftemangel herrscht ist nicht verwunderlich. Wo gibt es denn hier Unternehmen, die noch langfristig Fachkräfte nötig haben? Mit wenig Stammpersonal gerade so “schwimmen” und den Rest erledigt dann die Zeitarbeit… Welche Firmen suchen ständig nach Personal? Immer dieselben und so scheint es dort eine enorme Fluktuation beim Personal zu geben. An welchem Umstand es nur liegen mag….

    Doch wer kann sich auf so unsicheren Füßen noch ein “normales” Leben und eine Familie dazu aufbauen? Nur noch die Wenigen die einen einigermaßen sicheren Job in einer öffentlichen Verwaltung haben oder gar verbeamtet sind. Wenn ich heute noch einmal vor der Frage stehen würde, eine Familie zu gründen, dann könnte ich dies mit einem klaren NEIN beantworten. Denn was hätte ich von meiner Familie, wenn der Job die Zeit dazu wegnimmt? Recht wenig…
    Hier im Vogtland eine anständig bezahlte Arbeit zu bekommen grenzt an schieres Glück, wenn man beobachten kann, dass spezielle Tätigkeiten an Ungelernte abgegeben wird. Um noch etwas zu den Statistiken zu bemerken – es fehlen darin immer die Menschen, die rein optisch nicht arbeitslos sind, aber dennoch ohne Arbeit dastehen oder gar nicht in der Lage sind zu arbeiten. Gerade bei den Letzteren ist eine hohe Dunkelziffer zu befürchten, da diese nicht in den Agenturen “verwaltet” werden. Sie stehen in einer Art Abstellkammer, da sie einerseits nicht tätig sein können, ihnen aber eine kleine EU-Rente nicht gewährt wird. Diese müssen sie sich dann meist vor Justizia erstreiten, was sich aber wiederum über Jahre hinziehen wird.

    In der heutigen Zeit noch einmal jung zu sein ist in dieser enorm leistungshungrigen Gesellschaft nicht angenehm. Nö, ich möchte nicht mit der Jugend tauschen…

    LG
    (Binär)Coder

  2.  
    alte Kiehvotz schrieb am

    4. März 2013 @ 18:55

    Danke für den Kommentar. Da steckt viel Wahres drin. Vor allem Firmen, die nur “gewinnorientiert” arbeiten bzw. ständig Gewinn-Optimierungen anstreben, sind nicht wirklich empfehlenswert für Arbeitnehmer. Die ständige Gewinnmaximierung hat schon so manches Unternehmen zerstört. Zwar nicht wirtschaftlich, aber menschlich… Denn angenehme Arbeit wird durch Leistungsdruck vernichtet. Es gibt nur noch wenige Arbeitgeber / Firmen, bei denen man seine Arbeit in Ruhe machen kann und wo einen nicht ständig jemand auf die Finger schaut, wie viel man in welcher Zeit geschafft hat…

    Leider zählen heutzutage bei den meisten Firmen nur noch Statistiken und wieviel Plus die Firma aktuell im Vergleich zur Vergangenheit gemacht hat…

    Und zum Thema Statistiken der Länder / Kommunen usw: Ist doch klar, dass diese IMMER geschönt sind. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst verfälscht hast ;)

    (Aber an irgendwelchen Daten muss man sich halt orientieren :/ )

  3.  
    Coder schrieb am

    5. März 2013 @ 14:25

    Sicher muss man sich Daten herauspicken um eine Statistik erstellen zu können. Jedoch sollte man diese auch “besäubert” darstellen. Ich habe gerade noch einmal die “Angebote” der Jobbörse Arbeitsagentur angesehen. Bei den mir offerieten Stellen kann man getrost die Hälfte wegtun, da es immer wieder dieselben sind …
    Das ein zerstörtes Arbeitsverhältnis auch mangelnde Arbeitsleistung oder erhöhten Krankenstand zur Folge hat, scheint niemanden zu interessieren. Es gibt ja noch genügend Menschen die den Job erledigen würden. Unsere Gesellschaft wird immer mehr amerikanisiert und somit die Zustände die dort vorherrschen. Nur trifft es uns eben immer ein paar Jahre später.
    Man spottet über die DDR und ihre Planwirtschaft sowie ihrer zentralen Organisation. Doch wie erleben wir es heute? In ähnlicher Weise wird geplant(es muss immer mehr werden) und sehr vieles wird zentral verordnet. Jede Angelegenheit muss von “ganz oben” reglementiert und abgesegnet sein. So entsteht der Eindruck, dass Verantwortliche vor Ort keine Ahnung davon besitzen, was ver-/geändert werden muss. Das sieht man schon bei ganz banalen Dingen wie der Zebrastreifen an der Apotheke. Mag sein das es sich hier um eine Bundesstraße handelt, aber muss immer erst etwas passieren ehe man “ganz oben” Dinge begreift? Und somit wäre man hier wieder beim Thema Statistik(Verkehrszählung)mit den damit verbundenen Problemen. Zahlen sind schön und Mathematik ist eine der wenigen wahren Wisenschaften. Jedoch sagen sie nichts darüber aus, wie man sicher über eine Straße kommt.
    Und wie im Kleinen so funktioniert die Politik im Großen. Wie ganz, ganz früher in einem alten König(innen)reich mit kleinen Herzogtümern, wo jeder dann noch seine eigenen nachträglichen Gesetze besaß.
    Aber wollen wir dieses Thema nicht auch noch beginnen…

    LG
    Coder –
    Der unter amerikanischen Verhältnissen in einer US-Firma in D gearbeitet hat :-(

  4.  
    Mario Falcke schrieb am

    28. März 2013 @ 23:47

    Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vogtland ist auf jeden Fall erfreulich – und ich glaube, dass sich ein noch besserer Trend einstellen wird: nämlich dann, wenn der Mittelstand hier keine Fachkräfte mehr findet. Dann werden gut ausgebildete Kräfte aus den Alten Bundesländern zurück kommen – auch die Gehälter werden das widerspiegeln.


Einen Kommentar hinterlassen:

Name (*)

eMail (*)

Webseite

Bitte gib zum Spamschutz die Zahl elf ein.

Kommentar: