Das stärkste Erdbeben seit 1986

Seit dem 6. Oktober bebt die Erde im Vogtland / Westsachsen und in Bömen (Tschechien).

Das erste Schwarmbeben wurde am 6. Oktober, kurz nach 02:00 Uhr in der Nähe der tschechischen Stadt Nový Kostel / Neukirchen aufgezeichnet. Die Seismologen registrieren seitdem ständig weitere kleine, bzw. größere Beben. Alles fing mit einer Stärke von 0,2 auf der Richterskala an, momentan haben die Erdbeben bereits eine Stärke von über 4!


Die Beben melden sich meist mit einem leisen Donnergrollen an, dass immer lauter wird. Wenige Augenblicke später bebt dann schon die Erde und je nach Stärke der Schwarmbeben wackelt die Einrichtung im Haus. Am 10. Oktober wurde zum Beispiel in der Früh um 5:30 Uhr ein Beben der Stärke 3,9 auf der Richterskala gemessen, wenige Stunden später (10:10 Uhr) kam dann das nächste Beben mit ca. 4,2 hinterher. Teilweise bebt es hier in dieser Region bis zu 5 mal innerhalb 4 Stunden. Der stärkste Wert seit 1986 im Vogtland wurde dann am 13.10.2008 erreicht, welcher immerhin den 4,3 erreichte.


Die Schwarmbeben entstehen durch aufsteigende Gasblasen einer Magmablase, die sich ca. 30 Kilometer tief unterhalb des bömischen Territoriums befindet. Laut dem sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie bestehen die aufsteigenden Gasblasen aus einer ähnlichen Mischung wie diese am Vulkan Ätna auf Sizilien. Einige Forscher sprechen sogar von einem Supervulkan, der sich hier unter unseren Füßen befindet…

Im Vogtland und Umgebung traten in den letzten Jahrhunderten immer wieder solche Schwarmbeben auf, da hier  eine ganz besondere seismologische Situation herrscht, die so nirgend wo anders in Europa vorhanden ist. Doch solche starken Erdbeben wie in den letzten Tagen wurden hier noch nie registriert.

Zur Erklärung:

Schwarmbeben:
Ein Erdbebenschwarm ist eine bestimmte Form einer Erdbebenserie. Dabei treten mehrere Beben innerhalb eines begrenzten Zeitraums und eines begrenzten Gebietes auf. Charakteristisch ist häufig ein langsames zeitliches An- und Abklingen der seismischen Aktivität, das keiner bekannten Gesetzesmäßigkeit unterliegt.

Richterskala:
Die Richterskala dient dem Vergleich der Stärke von Erdbeben. Der kalifornische Seismologe Charles F. Richter entwickelte diese in den 1930er Jahren. Grundlage zur Berechnung ist der maximale Ausschlag, den ein Beben auf einer Erdbebenaufzeichnung durch einen Seismografen hinterlässt und die Entfernung zum Ausgangspunkt des Bebens.

Allgemein bezeichnet man Erdbeben bis zu einer Stärke von 2 als Mikrobeben. Erschütterungen bis 2,9 nimmt man so git wie nicht wahr! Ab 3 bis 3,9 sind die Erdbeben oft spürbar, jedoch verursachen diese nur sehr selten Schäden. Bei Beben ab einer Stärke von 4 bis 4,9 ist dann schon ein sichtbares Bewegen von Zimmergegenständen möglich, wobei hier meist nur Schäden entstehen, wenn das Beben länger anhält. Ab einer Stärke von 5 bis 5,9 kann es dann an maroden und anfälligen Gebäuden ernste Schäden geben. Erdbeben der Kategorie 6 bis 6,9 zählen dann schon zu den starken, wobei es Zerstörung im Umkreis von bis zu 70 Kilometern geben kann. Bei Beben der Stärke 7 bis 7,9 findet dann eine Zerstörung über weite Gebiete statt. Ab der Stärke 8 auf der Richterskala ist die Zerstörung in Bereichen von einigen hundert Kilometern üblich. Beben der Stärke 9 bis 9,9 hätten dann schon eine Zerstörungskraft über mehrere tausend Kilometer. Erdbeben der Stärke 10 und höher wären einer globalen Katastrophe gleich zu setzen. Solche fanden aber zum Glück noch nicht statt.



5 Kommentare wurden abgegeben
  1.  

    16. Oktober 2008 @ 18:39

    [...] ich bereits Vorgestern berichtete, gibt es momentan im Vogtland eine Erdbebenserie. Seit Anfang Oktober treten hier fast täglich [...]

  2.  

    5. Mai 2009 @ 22:21

    [...] Das stärkste Erdbeben seit 1986 [...]

  3.  

    28. Juni 2009 @ 00:45

    [...] Das stärkste Erdbeben seit 1986 « Wörter mit D Wörter mit E » [...]

  4.  

    1. Januar 2013 @ 20:15

    [...] Das stärkste Erdbeben seit 1986 [...]

  5.  

    1. Juni 2014 @ 20:15

    [...] Das stärkste Erdbeben seit 1986 [...]


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